Jahreshauptversammlung des VdK Kesseling – Neuwahl des Vorstands

DR. Die Mitgliederversammlung des VdK Kesseling fand am 9. April um 17:00 Uhr im Gemeindhaus in Kesseling statt. Der 1. Vorsitzende Karl Manten begrüßte die Mitglieder herzlich, nach dem Gedenken an die Verstorbenen verlas er den Jahresbericht. Liesel und Franz-Josef Pitzen wurden für 10-jährige Mitgliedschaft geehrt, Urkunden und Geschenke überreicht. Der Kassenbericht von Kassenwartin Erika Bungart fand uneingeschränkte Bestätigung durch die Kassenprüfer Waldemar Nehring und Wilbert Gies, auch Jürgen Kubach, Kreisverbandsvorsitzender des VdK Altenahr, bestätigte die einwandfreie Buch- und Belegführung. Antragsgemäß wurden die Kassenwartin und der gesamte Vorstand einstimmig entlastet.

Der neue Vorsitzende Norbert Ulrich dankt seinem Vorgänger Karl Manten herzlich. Fotos: Dreschers
Der neue Vorsitzende Norbert Ulrich dankt seinem Vorgänger Karl Manten herzlich. Fotos: Dreschers

Für die anstehenden Wahlen zum Vorstand wurde Jürgen Kubach zum Wahlleiter gewählt. Der bisherige Vorsitzende Karl Manten hatte erklärt, daß er nicht mehr kandidieren wollte. Es waren Wahlvorschläge vorgelegt, weitere Kandidaten fanden sich in der Versammlung nicht. In Einzelwahl wurden bei offener Abstimmung die Vorstandsämter wie folgt gewählt, jeweils einstimmig: Neuer 1. Vorsitzender ist Norbert Ulrich, stellvertretender Vorsitzender Wilfried Schachler, Kassenwartin Erika Bungart, Schriftführer Hans-Willi Gemein. Als Kassenprüfer wurden Waldemar Nehring und Wilbert Gies wiedergewählt. Die Gewählten dankten für das ausgesprochene Vertrauen und nahmen die Wahl jeweils an. In geselliger Runde feierte man mit Ehepartnern und Partnern, der gesellige Teil nimmt einen wichtigen Punkt im Leben des VdK-Ortsverbandes ein.
Der Kreisvorsitzende Jürgen Kubach gratulierte zur Neuwahl, dankte dem alten Vorstand für seine langjährige treue und gewissenhafte Amtsführung und wünschte allen weiterhin Wohlergehen. Er berichtete aus dem Sozialverband, gab Neuigkeiten aus der Arbeit des Sozialverbandes bekannt. Es gibt erfreulicherweise einen stetigen Mitgliederzuwachs. Dem Landesverband gehören derzeit rund 161.000 Mitglieder an, allein 5.270 im Landkreis Ahrweiler. Die Zahl der betreuten Verfahren nimmt zu, derzeit sind 760 Verfahren in der Bearbeitung, sehr häufig Antragsverfahren zur Feststellung einer Schwerbehinderung und Anträge auf Erwerbsminderung und Altersrente. Die Menschen suchen Rat und Tat, die Zahl der Hilfesuchenden nimmt zu.
Der Erhalt des Sozialstaates ist eine Aufgabe der Volksvertreter, nicht das Kaputtreden von sozialer Fürsorge oder Diskriminierung von sozial Betroffenen! Immer mehr Menschen sind von Altersarmut bedroht, weisen eine brüchige Erwerbsbiographie ohne solide Altersabsicherung auf. Armut und Ausgrenzung müssen thematisiert werden, sie können zunehmend jeden treffen! Reichtum braucht ein Maß – und Armut eine Grenze! Die Schere zwischen arm und reicht geht immer weiter auseinander, sie droht die Gesellschaft zu spalten. Die Schwachen und Bedürftigen brauchen Solidarität, dieser Aufbruch zur Solidarität unter den heutigen sozialen Rahmenbedingungen ist unabdingbar. Renten- und Schwerbehindertenrecht, Fragen der Kranken-, Unfall- und Arbeitslosenversicherung, Alten- und Sozialhilfe sind Schwerpunkte der Betreuung der Mitglieder, ebenso soziales Entschädigungsrecht und Patientenschutz und -beratung. Soziale Gerechtigkeit und Solidarität werden im VdK in einem modernen Sozialverband verwirklicht, der VdK stellt sich den aktuellen sozialen und sozialpolitischen Herausforderungen von heute mit vorbildlichem und dankenswertem Engagement. Auch junge Menschen finden immer häufiger den Weg zum VdK, ein Zeichen dafür, daß der Sozialstaat in vielfacher Weise seine Bewährung finden muß. Fachlich spezialisierte Rechtsanwälte helfen vor den Sozialgerichten, die hauptamtlichen Kräfte des VdK werden laufend im Hinblick auf veränderte Sozialgesetzgebung und Ausführungsvorschriften geschult.
„Pflege geht jeden an“ ist eine vom VdK initiierte Reform des Pflegewesens, derzeit werden 4 Mio. Menschen in Deutschland von Angehörigen gepflegt, dies wird in der Bevölkerung nur unzureichend wahrgenommen. Ohne den Einsatz der Familienangehörigen wären 3,2 Mio. Menschen mehr als Vollzeitkräfte erforderlich, so Jürgen Kubach.
Der VdK fordert eine Anhebung und Dynamisierung des Pflegegeldes, ein Inflationsausgleich sei erforderlich, die Beibehaltung der solidarischen Finanzierung der Pflegeversicherung ist weiterhin beizubehalten. Für pflegende Angehörige bei Patienten der Pflegestufe III und stark Demenz Erkrankten muß es eine stärkere Entlastung der Pflegenden geben! Die Tages- und Kurzzeitpflege muß ausgebaut werden, die Verhinderungspflege muß über den bisherigen Ansatz von 4 Wochen hinaus erhöht werden. Pflege und Beruf sollen besser vereinbar gemacht werden, eine Pflegezeit von zwei Jahren als Lohnersatzleistung ist anzustreben, ein Rückkehrrecht in die Vollzeittätigkeit muß gesetzlich verankert werden, Förderprogramme für den beruflichen Wiedereinstieg sind zu initiieren. Die Anrechnungszeiten bei der Rente sollen nicht geringer als bei den Kindererziehungszeiten sein.


Autor: Dreschers

Ortsbürgermeister Jürgen Flügge

Bürgermeister der Ortsgemeinde Kesseling von 2011 bis 2015